| LifeView DVB-S Clone unter OSS 10.x einbinden |
| Freitag, 12. Oktober 2007 | |
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Immerhin schon mal ein Anfang. Laut Angabe des Vertreibers besitzt die Karte keine eigene Kennung im EEPROM (...in der Tat besitzt sie überhaupt kein EEPROM!). Zur Aktivierung sollte es genügen, die mitgelieferten Module zu compilieren und die Karte per "modprobe saa7134 card=128"; modprobe saa7134_dvb" einzubinden. So weit, so gut, die Module lassen sich auch laden, nur wird leider die Karte so noch nicht erkannt. Auf Anfrage erhielt ich Hilfestellung (Danke, Haggi!) und erfuhr, dass es zuerst mal nötig ist, die Treiber für v4l zu patchen: Hierzu sollte man bequemerweise das Revison Control System "mercurial" auf dem Rechner haben. Ich hatte es nicht instaliert, also "smart install mercurial" ausgeführt, und schon kann es weitere gehen. Anwender, die lieber per YAST2 arbeiten, können das Paket im Yast-Kontrollzentrum über "Software installieren oder löschen" hinzufügen. Da OSS 10.x die bereits vorhandenen Module (saa7134) beim Systemstart erkennen und einbinden würde, müssen zunächst in /etc/modprobe.d/blacklist mit einem Texteditor die folgende Einträge hinzugefügt werden:
# LiveView DVB-S Danach sollte man einen Neustart des Systems durchführen, um sicherzustellen, dass die betreffenden Module wirklich nicht geladen sind. Überzeugen kann man sich hiervon durch das Absetzen des Befehls: lsmod | grep saa in einer Root-Shell. Es sollten dann in der Ausgabe einfach keine Module auftauchen... Um die v4l-Module ("Video4Linux") anzupassen, braucht man zunächst den Quellcode von linuxtv.org, sowie einen adäquaten Patch in Form eines diff-Files.
Neuerung - WARNUNG!!! Unter OpenSuSE 10.3 funktioniert der Patch gegen die aktuelle Version von l4m-dvb aus dem u.g. Repository nach einem Kernel-Update auf kernel 2.6.22.16-0.1-default nicht mehr einwandfrei! Offenbar ist im Quellcode eine weitere Karte hinzugekommen, die bereits die Kennung "128" benutzt. Zunächst richtet man/frau an der Konsole ein Verzeichnis, z.B. "linuxtv", ein und begibt sich dort hin ("cd linuxtv"). Der Patch wird in dieses Verzeichnis kopiert. Als nächstes müßen die Quellcodes geladen und compiliert werden:
hg clone http://linuxtv.org/hg/v4l-dvb
...als Superuser anmelden, um die Module zu installieren! Wenn alles gutgegangen ist, d.h. die gepatchten v4l-Module konnten gebaut und installiert werden, kann man/frau nun die Karte aktivieren. Geben Sie hierzu als Superuser ("root") folgende Befehle an der Konsole ein:
modprobe saa7134 card=128
Hinweis: Falls 2 LiveView Fly DVB-S verbaut wurden, muß zur Erkennung beider Karten der Modulaufruf so lauten: modprobe saa7134 card=128,128 (Dieses Feature ist ungetestet, da ich nur über eine Karte verfüge). Als nächstes sollte man/frau dann eine TV-Applikation konfigurieren und eine Senderliste generieren lassen. Ich habe hierzu Kaffeine verwendet:
Wenn das bis hierher reibungslos geklappt hat, machen Sie sich jetzt daran, Linux zum automatischen Laden der Module für die TV-Karte zu überreden:
...und noch ein Hinweis: VDR, DVB und Co lagern bei Aufnahme oder zeitversetztem Fernsehen den Datenstrom auf die Festplatte aus. Sollte das Bild bei Ihnen ruckeln, so überprüfen Sie bitte, ob für Ihre Festpallte(n) der korrekte DMA-Modus aktiviert ist. Eine Anleitung hierzu finden Sie in meinem Artikel: http://www.mbergmann.de/faqs/linux/dma-modus-von-festplatten-cd-rw-dvd-rw-manipulieren.html Fazit: Im Gegensatz zu teuren "full featured"-TV-Karten mit eigenem Chip für die MPEG-Codierung (z.B. Hauppauge Nexus DVB-S) kommt diese "Linux-only"-TV-Karte als sogenannte "Budget-Lösung". Hierbei muß die CPU das Codieren/Decodieren übernehmen, deshalb sollte sie schon in ein einigermaßen schnelles Rechnermodell ab 1,5 Ghz Prozessorleistung verbaut werden. Aktuelle Rechnermodelle verfügen allemal über genügend Power, um mit dieser Karte ungetrübten TV-Genuß zu gewährleisten. Günstig zu erwerben und mit guter Bild- u. Tonqualität, ist der hier getestete LiveView Fly DVB-S Clone dann in jedem Fall eine lohnende Investition für Multimedia-begeisterte Linuxanwender, die digitale Fernseh- und Radioprogramme auf ihrem Rechner wiedergeben oder aufzeichnen möchten. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei der Firma Linux4Media GmbH bedanken, die mir diese TV-Karte zur Verfügung gestellt hat! Ein Hinweis in eigener Sache: Meine Karte ist derzeit vakant und steht bei ebay als Auktion zum Erwerb!
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| Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 5. Februar 2009 ) |